Der „Schulz-Effekt“ erreicht auch Lügde

Mit über 40 Anwesenden war die Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Stadt Lügde sehr gut besucht. Der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn und Ratsmitglied Torben Blome nutzten vorher das sonnige Wetter für Hausbesuche in der Lügder Innenstadt.

„Es ist schon schön, wie freundlich die Menschen in Lügde uns bei den Hausbesuchen begegnet sind. Natürlich mussten wir uns auch das ein oder andere kritische Wort anhören, das betraf aber in der Regel die Außenpolitik, insbesondere die derzeitigen Probleme im deutsch-türkischen Verhältnis. Für die tolle Entwicklung mit Emmerauenpark und Rathausmodernisierung habe ich nur Positives gehört.“ resümierte Berghahn.

Anschließend konnte er zusammen mit dem Vorsitzenden Jörg Eickmann gleich zwei neuen Mitgliedern das symbolische Parteibuch überreichen. Für Dieter Ternäben (85) war der Schritt lange überfällig „Schon mein Vater war aktiver Sozialdemokrat in den 1920ern. Aber in der aktuellen Lage habe ich mir gedacht, jetzt mach ich´s.“.

Für Peter Stövesand (38) war auch der Wechsel im SPD-Parteivorsitz ein Eintrittsgrund „Martin Schulz steht für Reformen und ist ein absoluter Proeuropäer. Ich habe das Gefühl, dass unsere aktuelle Kanzlerin die Dinge einfach weiter aussitzen möchte.“.

Unter dem Vorsitz von Nico Tintel (18) sorgen die Jusos Ostlippe für ein politisches Angebot an junge Menschen. Mit über 30 Mitgliedern in den Städten Schieder-Schwalenberg, Blomberg und Lügde eine der größten lippischen Arbeitsgruppen. Tintel warb nochmal dafür, dass sich die jungen Mitglieder auch aktiv einbringen müssen.

Ein weiterer Schwerpunkt für die kommenden Jahre soll auch die Frauenpolitik spielen. Ziel in diesem Jahr ist die Gründung einer eigenen Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Lügde. Frauenthemen sollen wieder mehr diskutiert und angesprochen werden. Auch bei den männlichen Genossen stößt diese Initiative auf Zustimmung „Auch in Lügde wohnen zur Hälfte Frauen. In den Gremien sind sie aber absolut unterrepräsentiert. Frauen sind vielfach gegenüber uns Männern benachteiligt. Ob es das Armutsrisiko betrifft oder die Wertschätzung und Karrierechancen im Berufsleben, es muss sich hier noch einiges ändern.“, so Torben Blome.

Anschließend wurde noch ausführlich über die kommenden Wahlkämpfe und die derzeitige Außenpolitik diskutiert. Viele verschiedene Standpunkte machten dabei auch das breite Meinungsspektrum innerhalb der SPD deutlich. Zusammenfassend war man sich einig, dass man in Bezug auf die Russlandpolitik verstärkt auf Diplomatie setzen und eine neue Aufrüstungsspirale dringend verhindert werden muss.

Nach über zwei Stunden Diskussion konnte der Vorsitzende Jörg Eickmann dann den gemütlichen Teil einläuten, diskutiert wurde bei Jägerrouladen und Kaltgetränken natürlich bis in die späten Abendstunden weiter.

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