Ortsvereinsversammlung der SPD-Lügde am 09. November

Ein ganz besonderes Datum der deutschen Geschichte

Parteijubiläen, Berichte aus Fraktion & Rat, die Wahl der neuen Bundesparteispitze und Diskussionen zu den aktuellen Themen aus Bund, Land und der Weltlage bestimmen die traditionelle Ortsvereinsversammlung mit anschließendem Grünkohlessen im Hotel-Restaurant „Sonnenhof“.

In seiner Begrüßung lies der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Jörg Eickmann die besonderen Momente deutscher Geschichte rund um den 09. November nochmal Revue passieren. Von der Hinrichtung des Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung Robert Blum im Jahr 1848, der Ausrufung der ersten Republik auf deutschem Boden 1918 durch Philipp Scheidemann (SPD), dem gescheiterten Hitler-Ludendorff-Putsch in München1923, den Scheitelpunkt der Novemberpogrome und der Zerstörung von zahlreichen Synagogen und jüdischen Einrichtungen im Jahr 1938 bis zum Mauerfall 1989. „Der 9. November ist für uns Deutsche ein Schicksalstag, im Positiven wie im Negativen, er verbindet Hoffnung und Mahnung“, so Eickmann.

Eickmann begrüßte unter den knapp 40 Anwesenden auch den Bürgermeister Heinz Reker und gratulierte ihm herzlich zum 10-jährigen Bürgermeisterjubiläum. Er hob auch nochmal den positiven Impuls nach dessen Wahl im Jahr 2009 hervor, der sich auch bei der SPD in Lügde durch zahlreiche Parteieintritte niedergeschlagen habe. Reker bescheinigte den Lügder Sozialdemokraten ein hohes Engagement für die Belange der Stadt Lügde und würdigte die gute Zusammenarbeit. Im Hinblick auf das zurückliegende Jahr machte er aber deutlich „2019 war das mit Abstand schwierigste Jahr für mich. Ich muss euch nicht erklären warum. Es ist uns aber parteiübergreifend gelungen vernünftig mit dieser schwierigen Thematik in Lügde umzugehen. Das ist mit Blick auf die Entwicklungen in Hameln-Pyrmont oder beim Kreis Lippe nicht selbstverständlich.

Der Co-Fraktionsvorsitzende Torben Blome machte in seinem Bericht deutlich, dass die Situation in Lügde in vielen wichtigen Bereichen absolut positiv ist. Gerade in Bezug auf die Modernisierungsmaßnahmen am Schulzentrum, der strukturell guten Haushaltssituation und dem herausragenden Angebot an Betreuungsplätzen im Kita-Bereich habe Lügde richtig etwas vorzuweisen. Das müsse im Hinblick auf die vielen Vorzüge von Lügde besser beworben und die Öffentlichkeitsarbeit stetig weiterentwickelt werden. Er ging auch auf die vielen Anträge der SPD-Fraktion ein und freute sich, dass vieles davon schon im Haushalt2019berücksichtigt wurde oder sich in der politischen Entscheidungsphase befindet. „Ganz großartig ist es, dass die Verwaltung sich am sogenannten Sozialen Arbeitsmarktbeteiligt hat. Das Programm wurde auf unsere Initiative hin im Sozialausschuss vorgestellt und die Verwaltung hat jüngst so einem Langzeitarbeitslosen eine Beschäftigung im Bauhof ermöglicht. Die Rückmeldungen von seinen neuen Kollegen sind durchweg positiv. Dieser Kollege sei fleißig, motiviert und eine echte Verstärkung. Für uns ein Zeichen, dass wir niemanden aufgeben sollten und jeder eine weitere Chance verdient hat. Hoffentlich nutzen auch hiesige Unternehmen diese Möglichkeit".

In der anschließenden Diskussion zur Wahl der Parteispitze outeten sich nur wenige Mitglieder welches Team sie wählen wollen. In einer sehr munteren Diskussion wurden die verschiedenen Folgen und Abwägungen ausgetauscht. Der Juso-Vorsitzende Ostlippe Nico Tintel kritisierte dabei aber auch Mitglieder der aktuellen Regierung „Ich finde es nicht in Ordnung, dass sich unsere Spitzenleute jetzt öffentlich erklären und Wahlempfehlungen abgeben. Jedes Mitglied ist mündig und kann sich selbsteine Meinung bilden. Für Gitta Knaack ist es wichtig, dass mit der Wahl der Parteispitze auch die möglichen Auswirkungen auf die Beendigung oder Fortführung der Groko beachtet werden müssen.

Zum Schluss wurden dann auch nochmal die wichtigen Themen der Welt- und Gesellschaftspolitik diskutiert. Peter Stövesand mahnte, dass Europa bei den weltweiten technologischen Entwicklungen nicht den Anschluss an China und den USA verlieren dürfe. Helmut Pollmann sorgt sich um die weitere Entwicklung, wenn es nicht gelingt das weltweite Bevölkerungswachstum und die damit verbundenen Auswirkungen zu lösen. Es wurde außerdem beklagt, dass das gesellschaftliche Klima im Moment sehr vergiftet sei. Wie gehen wir miteinander um? Wie gehen wir mit einer anderen Meinung um? Gerade in den sozialen Netzwerken wurde eine zunehmende enthemmte Sprache beklagt. Es fehlt aus Sicht der Lügder Sozialdemokraten an Empathie und Anstand im Umgang miteinander. Nach über zweieinhalb Stunden intensiver Diskussionen konnte Eickmann dann die Versammlung schließen.

 

Bildrechte SPD-OV-Lügde (v.l.n.r. 10-jähriges Parteijubiläum feierten Manuel Stumpe, Bernd Jagalla, Frank Jagalla, Torben Blome, Dorthe Knaack, Hannelore Gärtner mit dem Vorsitzenden Jörg Eickmann)

Zurück