SPD Kartoffelbraten: Erdäpfel braten hier seit 100 Jahren in heißer Glut

Die SPD Lügde begeht am Samstag ein ganz spezielles Jubiläum!

Im November 2018 feiert der Ortsverein Lügde der SPD sein 100-jähriges Bestehen mit einem offiziellen Festakt in der Aula des Schulzentrums. An diesem Samstag, den 14. September, jährt sich ebenfalls eine Veranstaltung unter der Regie der Sozialdemokraten: Sie erinnern ab 15 Uhr am Sportheim an der Emmer an ihre älteste Veranstaltung – das Kartoffelbraten, das auf den Tag genau vor einhundert Jahren erstmals stattfand.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, am 25. August 1918, hatten sich die vor dem Krieg in Lügde vorhandenen Gewerkschaftsverbände von Christlicher Bauarbeiter Verband, Deutscher Bauarbeiter Verband, Städtischer Beamten Verband auf einer gemeinsamen Versammlung zu einem Kartell zusammengeschlossen, das sozialdemokratische Züge trug. Unter dem Motto „Proletarier aller Länder vereinigt euch" entwickelte sich daraus innerhalb kurzer Zeit der SPD Ortsverein Lügde.

In der Chronik des SPD Ortsvereins zum Jubiläum im vergangenen Jahr schreibt der inzwischen verstorbene Heimathistoriker Manfred Willeke: „Unter dem Motto: -Gemeinsam sind wir stark-  traten die Mitglieder des neuen SPD-Ortsvereins Lügde schon bald nach der Gründung an die Öffentlichkeit und machten auf die sozialen Missstände aufmerksam. Zunächst schenkte ihnen die Bevölkerung wenig Beachtung.“ Aber mit ihrer engagierten Parteiarbeit überzeugten sie immer mehr Menschen in Lügde.

Dazu zählten öffentliche Veranstaltungen. Gemeinsam mit einigen auswärtigen Vereinen feierte die SPD, ebenfalls am 14. September, ein großes Volkskartoffelbraten und Gewerkschaftsfest auf der Höhe vor den Toren der Stadt Lügde. Die Gäste wurden unter einem Ehrenbogen aus Blumen, den die Frauen der Lügder Ortsvereinsmit­glieder gebunden hatten, begrüßt.

Angespornt durch die große Resonanz auf dieses Fest gründete das neue Parteimitglied August Wulf 1920 ein SPD Trommlercorps, das bis 1935 bestand und sich 1934 eine große Schlägerei mit SS-Männern lieferte.

Seither gehört das Kartoffelbraten der Sozialdemokraten zu den Traditionsveranstaltungen in der Osterräderstadt. Ebenfalls traditionell kommen aber nicht nur Mitglieder und Freunde der SPD alljährlich in der ersten Septemberhälfte zusammen, um die auf der Glut gegarten, aus der Asche aus Buchenholz geborgenen heißen Erdäpfel mit Beilagen wie der sogenannten „Judensülze“ (Zwiebeln mit flüssiger Butter und Gewürzen), Leberwurst, Gurken und ähnlichem zu genießen. Vertreter anderer Parteien, Prominenz aus Landtag, Kreistag und Rat, aber vor allem auch die Bevölkerung nehmen die Einladung gern an, früher am Brückentor, seit vielen Jahren am Sportheim des TuS Lügde direkt neben dem Sportplatz miteinander zwanglos ins Gespräch zu kommen. Für Kartoffeln und Getränke sowie Grillgut ist immer gesorgt. Die Beilagen für die Kartoffeln bringt jeder nach eigenem Geschmack selbst mit.

©Joachim Krause

 

Bildtext: Auf den Tag genau wie vor 100 Jahren feiert die SPD Lügde am Samstag am Sportheim ihr öffentliches Kartoffelbratfest. 1919 feierte man dieses Fest zusammen mit anderen Vereinen.

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