SPD-Ortsverein Lügde feiert 100-jähriges Bestehen

Die Sozialdemokraten in Lügde haben Höhen und Tiefen erlebt. Die Zeiten für die Bundes-SPD sind aktuell sicherlich stürmisch. Aber: Der SPD-Ortsverein Lügde hat ein herausragendes Jubiläum in diesem Jahr und das wird gefeiert. 100 Jahre SPD in der Osterräderstadt. Am kommenden Sonntag gibt es ein Fest.

Michael Groschek, Landesbauminister a.D. & ehemaliger NRW-SPD-Landesvorsitzender, hält die Festrede.

Die historische Zäsur des I. Weltkriegs brachte 1918 nicht nur das Ende des Kaiserreichs, sondern die erste republikanische Demokratie auf deutschem Boden. Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ traten auch die Mitglieder des neuen SPD-Ortsvereins Lügde 1918 schon bald nach der Gründung an die Öffentlichkeit und machten auf die sozialen Missstände in ihrer Heimatstadt aufmerksam.

Unter Leitung des späteren Ratsherren und Vereinsvorsitzenden August Spilker trat die SPD 1929 erstmals in Lügde zur Ratswahl an, nachdem das Vereinsmitglied Adolph Wennemann schon seit 1923 im damaligen Magistrat der Stadt tätig war. Mit 630 Stimmen wurde die SPD die stärkste Partei im Stadtrat.

Bedingt durch den starken Einfluss der NSDAP wurde die SPD 1933 nicht zur Wahl zugelassen, was einem Verbot der Partei in Lügde gleichkam. Viele Sozialdemokraten in Deutschland wurden in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, gefoltert oder ermordet. Nachdem der 2. Weltkrieg beendet war, setzte die Militärregierung zunächst einen vorübergehenden Stadtrat in Lügde ein, dem auch zwei Mitglieder der SPD angehörten. Dadurch angespornt, sammelten sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Lügde bald wieder und traten bereits am 15.9.1946 zur ersten Nachkriegswahl des Lügder Stadtrates an.

Die Bildung der Großgemeinde Lügde 1970 brachte viele Änderungen mit sich und manche bisher eingefahrene Praktiken mussten aufgegeben werden. So wurde der Rat durch die

Mitglieder aus den Ortsteilen größer, die SPD gewann an Bedeutung und ein Stadtverband wurde gebildet.

Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung und der möglichen Effizienz bei der Besetzung politischer Ämter und Funktionen wurden ab 2015 erneut in den Lügder SPD Ortsvereinen über einen Zusammenschluss aller Lügder Ortsvereine zu einem großen Ortsverein nachgedacht. Mit Unterstützung des SPD Stadtverbands erfolgten Abstimmungen in den Ortsvereinsversammlungen der jeweiligen Lügder Ortsvereine (Lügde, Rischenau, Niese und Hummersen), deren Mitglieder einer Fusion mit großer Mehrheit zustimmten.

Die Geschichte der SPD in Lügde ist also immer mit vielen Veränderungen einhergegangen, immer wieder musste man sich neu erfinden und die Herausforderungen der jeweiligen Zeit angenommen und die richtigen Schlüsse gezogen werden. Wandlungsfähigkeit und Zukunftsdenken sind so der Garant für 100 Jahre Sozialdemokratie in Lügde, immer unter der Prämisse von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität und im Sinne der Menschen in Lügde

-Torben Blome-
(SPD Lügde -Öffentlichkeitsarbeit)

 

 

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